Anders als die Eishockey-MännerUS-Goldfrauen schlagen Trumps Einladung aus

Nach ihrem Olympia-Gold verzichten die US-Eishockey-Spielerinnen auf einen Besuch bei Präsident Trump. Der hatte zuvor mit den Männern über die Einladung gewitzelt. In der offiziellen Absage geben sich die Frauen höflich.
Die US-Eishockey-Olympiasiegerinnen haben eine Einladung von Präsident Donald Trump ausgeschlagen. "Wir sind aufrichtig dankbar für die Einladung an unser mit der Goldmedaille ausgezeichnetes US-amerikanisches Frauen-Eishockeyteam und wissen die Anerkennung ihrer außergewöhnlichen Leistung sehr zu schätzen", hieß es in einer Erklärung der Auswahl. "Aufgrund des Zeitpunkts und bereits zuvor vereinbarter akademischer und beruflicher Verpflichtungen nach den Spielen können die Athletinnen jedoch nicht teilnehmen."
Vom Weißen Haus gab es zunächst keine offizielle Reaktion. Die US-Frauen hatten sich am Donnerstag bei den Winterspielen in Italien Gold gesichert. Zuvor kursierte in sozialen Medien ein Video aus der Kabine der US-Männer nach deren Triumph gegen Kanada am Sonntag. Zahlreiche US-Medien griffen das Video auf. Trump ist den Aufnahmen nach per Handy zugeschaltet, gratuliert dem Team und lädt die Männer zur State of the Union - der jährlichen Grundsatzrede zur Lage der Nation im Kongress - Dienstagabend (Ortszeit) ein.
Dann sagt er: "Ich muss euch sagen, wir müssen die Frauenmannschaft mitbringen, das wisst ihr doch." Ansonsten würde es wahrscheinlich ein Amtsenthebungsverfahren gegen ihn geben, scherzte der Präsident und die Spieler lachten.
Frauen fliegen Linie, Männer Charter
In einem Bericht der Nachrichtenagentur AP äußert sich eine anonyme Quelle genauer zu den Gründen der Absage an Trump. Nach dem Sieg im Endspiel gegen Kanada am vergangenen Donnerstag habe es bis zum Sonntag keine Einladung des US-Präsidenten gegeben. Als diese dann ausgesprochen worden sei, habe es kaum noch eine Möglichkeit gegeben, die Reisepläne der Goldfrauen zu ändern. Anders als die Männer, die am frühen Montag mit einem Charterflieger in Richtung Miami aufgebrochen seien, seien die Frauen erst am späten Abend mit einem Linienflieger nach Atlanta, Georgia, aufgebrochen.
Für die Profis beider Geschlechter geht es bereits in dieser Woche mit dem regulären Ligabetrieb weiter. In der NHL werden schon am Mittwoch fünf Spiele der Regular Season ausgetragen, in der PWHL, der Liga der Frauen, wird der Spielbetrieb am Donnerstag wieder aufgenommen.